Thursday, April 02, 2009

Die leidige Stadionproblematik

Viele Themen sind Dauerthemen bei Türkiyemspor, aber kaum ein Thema ist so drängend wie die Tranings- und Stadionfrage. Letztes Jahr machte Türkiyemspor noch einmal mit öffentlichen Tranings auf der Straße eindrücklich auf die jahrzehntelange währende Mißlage in der Sportstadt Berlin aufmerksam. Die Politik nahm sich, nicht zuletzt angespornt durch zig Auspreisungen des Vereins wegen seinem erflgreichen sozialen Engagements, dem Thema an und siehe da. Gestern vermeldete die Nachrichtenagentur anadolu ajans folgendes:


Berlin Türkiyemspor'da saha arayışları
Almanya 4. Futbol Ligi'nde mücadele eden ve antrenman için saha arayışlarını sürdüren Berlin Türkiyemspor kulübünün yönetim kurulu üyesi Susam Dündar Işık, Mitte ilçesi belediye başkanı Christian Hanke'yle görüştü..


Christian Hanke, Türkiyemspor'un maçlarını ilçe sınırları içinde bulunan Poststadion adlı statta oynamaları için çalışmalar yapabileceği yönünde teklifte bulunduğunu, bu konuda Dündar Işık ile görüştüğünü söyledi.

Hanke, Türkiyemspor'un hem spor hem de uyum konusunda başarılı bir kulüp olduğunu ve Mitte ilçesinde çalışmalarını sürdürmesinden memnuniyet duyacağını ifade ederek, futbolcuların ilçedeki gençlere örnek olabileceklerini belirtti.

Spor kulüplerinin maddi sıkıntılar içinde olduğunu da bildiğini kaydeden Hanke, bu konuda işadamlarını bir araya getirecek bazı projelerin hazırlanmasını önerdi. Hanke, Türkiyemspor'a her konuda destek vereceğini sözlerine ekledi.

Dündar Işık da Türkiyemspor'un, Berlin'in bir markası ve Berlin dışında da başkentin bir elçisi olduğunu, genç takımında oynayan futbolcuların hem sporda hem de okul hayatında başarılı, toplumda örnek gösterilecek gençler olduklarını belirtti.

Hanke'nin, Türkiyemspor'un Poststadion'da oynaması teklifine de teşekkür eden Dündar Işık, ancak Poststadion'da çok sayıda takımın oynadığını ve Türkiyemspor için yeterli olmayacağını, kendilerini evlerinde hissedebilecekleri bir antrenman ve maç sahası aradıklarını kaydetti.

Gleis-Dreieck bölgesinde bir futbol sahası için girişimlerin olduğunu ifade eden Dündar Işık, bunun için Hanke'den destek istedi.

Maddi sorunlarının da bulunduğunu ifade eden Dündar Işık, Alman köklü şirketlerin de kazanılması gerektiğini, çok sayıda kişinin fahri olarak görev yaptığını, Türkiyemspor'da yapılacak çalışmalar için maddi desteğe ihtiyaç duyduklarını kaydetti.

Görüşmeden sonra Dündar Işık, Hanke'ye Berlin Türkiyemspor flaması ve rozeti hediye etti.

anadolu ajans 01.04.09

Laut Anadolu Ajans, wurde Türkiyemspor das Poststadion angeboten. Pressesprecherin Susam Dündar Işık besuchte das Stadion, wurde vom Bürgermeister Mittes, Christian Hanke, informiert, das der Bezirk gerne Türkiyemspor hier spielen sähe. Frau Dündar Işık bedankte sich freundlichst, doch verwies darauf das Türkiyemspor einen Platz bräuchte an dem der Verein zu Hause sein könne und auf dem Gelände des Poststadion wären schon viele Vereine tätig, so daß hier kene nachhaltige befriedigende Lösung vorläge. Ebenso verwieß Frau Dündar Işık darauf, das es Pläne gäbe im Gebiet Gleisdreieck ein Stadion zu errichten und bat um Unterstützung durch den Bezirksbürgermeister bei der Verwirklichung dieser Pläne.

Etwas komplett anderes vermeldet nur einen Tag später die taz. Und zwar:


körtings bravourstück
Türkiyemspor in der Mielke-Arena
Ehrhart Körting hat das Rennen gemacht. Der SPD-Innensenator wird sich zeit seines Lebens als der Mann feiern lassen dürfen, der den Fußball-Regionalligisten Türkiyemspor gerettet hat. Wie die Senatsinnenverwaltung am Mittwoch in einer historischen Pressemitteilung verlauten ließ, ist es nach drei Dekaden der mühsamen Suche gelungen, den Kreuzberger Nomaden endlich ein angemessenes sportliches Asyl zu gewähren. Dem Klub fehlte ein feste Trainingsmöglichkeit und Anschrift.
Jetzt soll das Gelände des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks in Prenzlauer Berg zur Heimat Türkiyems werden. Aus den Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung stehen insgesamt 30 Millionen Euro für Sanierung und Ausbau des Areals zur Verfügung. Ein Fünftel dieser Summe soll Türkiyem zugutekommen. 4,5 Millionen will der Senat für den Bau eines "Sportfunktionsgebäudes mit Umkleide- und Sozialräumen" - zu Deutsch: Vereinsheim - investieren, weitere 1,5 Millionen soll die Errichtung eines weiteren Trainingsplatzes kosten. Damit die Kreuzberger in ein paar Jahren im Osten auch heimisch werden.


Dies ist eine solch fantastische Nachricht, dass es sich der Innensenator nicht nehmen lassen wollte, der Weltöffentlichkeit die gute Nachricht höchstpersönlich mitzuteilen. In Würdigung der "vorbildlichen integrativen Arbeit", die Türkiyem seit nunmehr 30 Jahren leiste, habe er das beschriebene Angebot gemacht, das der Vorstand des Vereins nun angenommen habe. Man sollte ernsthaft drüber nachdenken, den im Volksmund auch als Erich-Mielke-Stadion euphemisierten Jahnsportpark in Körting-Arena umzubennen.
Absolut gesichert ist das Vorhaben allerdings noch nicht. Das Abgeordnetenhaus muss dem Investitionspaket erst noch zustimmen. Ein positiver Beschluss gilt aber als sicher, schließlich wird sich wohl kaum ein Parlamentarier als Totengräber des Türkiyem-Rettungskonzepts profilieren wollen.
Denn den Kreuzbergern ist in den vergangenen Monaten ein Bravourstück gelungen - auf der Jagd nach einem akzeptablen Trainingsgelände ist man selbst zum heißbegehrten Objekt der politischen Begierde geworden: Zuletzt erhielt der Vorstand drei ernstzunehmende, millionenschwere Lösungsvorschläge, nachdem Jahre lang kein Spitzenpolitiker auch nur einen Cent für den Verein lockermachen wollte. PHILIPP STACHELSKY taz 02.04.09


Was wird nun? Anscheindend kann sich unser Verein vor Angeboten nicht retten. Eine Lösung nah an dem eigentlichen Vereinsleben des Vereins bei Kreuzberg ist wünschenswert. Das Jahnstadion scheint jedoch, weder bei Fans noch bei Ehrenamtlichen auf große Zuneigung zu stoßen. Während in der türkischsprachigen Agenturmeldung noch von einem Projekt am Gleisdreieck die Rede ist, ist in dem TAZ-Artikel dieses Projekt noch nicht einmal erwähnt. Wir sind gespannt auf die nächsten bahnbrechenden Verlautbarungen der Berliner Politik. Eins scheint jedoch sicher, Türkiyemspor wird Ernst genommen und soziales Engagement zahlt sich letztendlich immer aus.

Nachtrag: Da reibt sich der alteingesessene Türkyem-Fan verwundert die Augen, aus informierten Kreisen ist zu vernehmen, das die von der TAZ (und wohl gestern in der Berliner Abendschau) geschilderten Pläne bzgl. Türkiyems und des Jahnsportparkes, sich tatsächlich auf ein Trainingsgelände beziehen, welches kurzfristig Türkiyemspors Trainigsplatzprobleme lösen soll. Die in dem Bericht der Nachrichtenagentur "anadolu" genannten Pläne bzgl. eines Spielgeländes in dem Bereich Gleisdreieck sind ein nachhaltiges Projekt welches weiterverfolgt wird.

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