Wednesday, January 13, 2016

Berlin-Premiere der Fan-Doku „Ayaktakımı“

Am 28. Januar feiert der Dokumentar-Film „Ayaktakımı“ über die türkische Fußball Fanscene von Naz Gündoğdu und Friedemann Pitschak seine Berlin Premiere im Filmrauschpalast Moabit. Der Verein Gesellschaftsspiele lädt im Anschluß an die Vorführung zur Diskussion mit Fachleuten. Und die könnte auch heißen "Ohne Türkiyem geht es nicht" , wenn es um türkischen Fußball geht. Denn auf dem Podium sitzt neben den RegisseurInnen auch Özcan Mutlu ehemaliges Aufsichtsratsmitglied von Türkiyemspor hier als MdB und Sportsprecher für Bündniss90/Die Grünen und als Beşiktaş-Fan. Moderiert wird die Veranstaltung von unserem Robi von Freunde von Türkiyemspor e.V. alias Robert Claus, Fanforscher, z.Zt. tätig für Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit genannt KoFaS.

Ayaktakımı ist ein Dokumentarfilm über die türkische Fankultur. Eine Fankultur, zwischen „industriellem Fußball“ und staatlicher Repression.
Fußball in der Türkei ist niemals nur Fußball und beschränkt sich nicht auf den Stadionbesuch oder das Wochenende. Die Begeisterung ist riesig. In den vergangenen Jahren war der türkische Fußball - bei dem Korruption und Manipulation an der Tagesordnung stehen - eher für volle Stadien und fanatische Stimmung, als für guten Fußball berühmt. Die Industrialisierung und Professionalisierung des Sports hat in den letzten Jahren jedoch enorm zugenommen und damit einhergehend auch die Wahrnehmung seiner Fans. In den Medien wird oftmals ein Bild von Vandalen und Hooligans gezeichnet, welche einen familienfreundlichen Sport gefährden würden. Die Rede ist hierbei häufig von "Ayaktakımı” (deutsch: "Fußmannschaft“, Gesindel, Pöbel).


Der Trailer zum Film

Fokus auf Repression

Ayaktakımı thematisiert den modernen Fußball der Türkei mitsamt der vorherrschenden Istanbul-Hegemonie und den Auswirkungen auf die türkische Fankultur. Ein spezieller Fokus des Films liegt auf der staatlichen Repression, welcher sich die Fans ausgesetzt sehen. Es existiert z.B. eine Vielzahl an Fangesetzen. Die größte Einschneidung in die Freiheit der Fans ist „Passolig“, ein personalisiertes E-Ticket, welches von der staatsnahen „aktıfbank” herausgegeben wird. Einige Fangruppen boykottieren seither die Stadien, der Protest ist aber uneinheitlich. Spricht man über die Repression gegen türkische Fußballfans, kommt man auch unweigerlich zu den Gezi-Protesten 2013 zurück. Die Proteste liegen inzwischen zwei Jahre zurück, wirken aber bis heute nach und veränderten und politisierten die Fanszenen des Landes von Grund auf. Mit der Fangruppierung Çarşı von Beşiktaş Istanbul steht aktuell außerdem eine der federführenden türkischen Fangruppen wegen "versuchten Umsturz des Staates“ vor Gericht.




Mit Fans aus Istanbul, Ankara, Izmir und Diyarbakır

Ayaktakımı ist eine kleine filmerische Reise durch die türkischen Tribünen im Jahr 2015 und gibt Einblicke in eine interessante, vielseitige Fankultur in den Städten Istanbul, Ankara, Izmir und Diyarbakır/Amed (kurd.).

Wann? 
28. Januar um 20 Uhr
Wo?
Filmrauschpalast in Berlin-Moabit
Lehrter Str. 35, 10557 Berlin, Deutschland

Mit:

Naz Gündoğdu (Regisseurin des Filmes)
Friedemann Pitschak (Regisseur des Filmes)
Özcan Mutlu (Beşiktaş-Fan und Sprecher für Sportpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Beobachter des Çarşı-Prozesses in Istanbul)
Duygu Aloğlu (Polit-Aktivistin und Mitglied im Fanclub „Karakizil“ Ankara Genclerbirligi)

Moderation: 
Robert Claus (Projektleiter Kicks für Alle! Innerhalb der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit [KoFaS])


Eine Veranstaltung von Gesellschaftsspiele. Mehr Informationen zum Film und weiteren Aufführungen: https://www.facebook.com/ayaktakimifilm/?fref=ts.

Quelle: Veranstaltungstext von Gesellschaftsspiele


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