Wednesday, January 13, 2016

Berlin-Premiere der Fan-Doku „Ayaktakımı“

Am 28. Januar feiert der Dokumentar-Film „Ayaktakımı“ über die türkische Fußball Fanscene von Naz Gündoğdu und Friedemann Pitschak seine Berlin Premiere im Filmrauschpalast Moabit. Der Verein Gesellschaftsspiele lädt im Anschluß an die Vorführung zur Diskussion mit Fachleuten. Und die könnte auch heißen "Ohne Türkiyem geht es nicht" , wenn es um türkischen Fußball geht. Denn auf dem Podium sitzt neben den RegisseurInnen auch Özcan Mutlu ehemaliges Aufsichtsratsmitglied von Türkiyemspor hier als MdB und Sportsprecher für Bündniss90/Die Grünen und als Beşiktaş-Fan. Moderiert wird die Veranstaltung von unserem Robi von Freunde von Türkiyemspor e.V. alias Robert Claus, Fanforscher, z.Zt. tätig für Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit genannt KoFaS.

Ayaktakımı ist ein Dokumentarfilm über die türkische Fankultur. Eine Fankultur, zwischen „industriellem Fußball“ und staatlicher Repression.
Fußball in der Türkei ist niemals nur Fußball und beschränkt sich nicht auf den Stadionbesuch oder das Wochenende. Die Begeisterung ist riesig. In den vergangenen Jahren war der türkische Fußball - bei dem Korruption und Manipulation an der Tagesordnung stehen - eher für volle Stadien und fanatische Stimmung, als für guten Fußball berühmt. Die Industrialisierung und Professionalisierung des Sports hat in den letzten Jahren jedoch enorm zugenommen und damit einhergehend auch die Wahrnehmung seiner Fans. In den Medien wird oftmals ein Bild von Vandalen und Hooligans gezeichnet, welche einen familienfreundlichen Sport gefährden würden. Die Rede ist hierbei häufig von "Ayaktakımı” (deutsch: "Fußmannschaft“, Gesindel, Pöbel).


Der Trailer zum Film

Fokus auf Repression

Ayaktakımı thematisiert den modernen Fußball der Türkei mitsamt der vorherrschenden Istanbul-Hegemonie und den Auswirkungen auf die türkische Fankultur. Ein spezieller Fokus des Films liegt auf der staatlichen Repression, welcher sich die Fans ausgesetzt sehen. Es existiert z.B. eine Vielzahl an Fangesetzen. Die größte Einschneidung in die Freiheit der Fans ist „Passolig“, ein personalisiertes E-Ticket, welches von der staatsnahen „aktıfbank” herausgegeben wird. Einige Fangruppen boykottieren seither die Stadien, der Protest ist aber uneinheitlich. Spricht man über die Repression gegen türkische Fußballfans, kommt man auch unweigerlich zu den Gezi-Protesten 2013 zurück. Die Proteste liegen inzwischen zwei Jahre zurück, wirken aber bis heute nach und veränderten und politisierten die Fanszenen des Landes von Grund auf. Mit der Fangruppierung Çarşı von Beşiktaş Istanbul steht aktuell außerdem eine der federführenden türkischen Fangruppen wegen "versuchten Umsturz des Staates“ vor Gericht.




Mit Fans aus Istanbul, Ankara, Izmir und Diyarbakır

Ayaktakımı ist eine kleine filmerische Reise durch die türkischen Tribünen im Jahr 2015 und gibt Einblicke in eine interessante, vielseitige Fankultur in den Städten Istanbul, Ankara, Izmir und Diyarbakır/Amed (kurd.).

Wann? 
28. Januar um 20 Uhr
Wo?
Filmrauschpalast in Berlin-Moabit
Lehrter Str. 35, 10557 Berlin, Deutschland

Mit:

Naz Gündoğdu (Regisseurin des Filmes)
Friedemann Pitschak (Regisseur des Filmes)
Özcan Mutlu (Beşiktaş-Fan und Sprecher für Sportpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Beobachter des Çarşı-Prozesses in Istanbul)
Duygu Aloğlu (Polit-Aktivistin und Mitglied im Fanclub „Karakizil“ Ankara Genclerbirligi)

Moderation: 
Robert Claus (Projektleiter Kicks für Alle! Innerhalb der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit [KoFaS])


Eine Veranstaltung von Gesellschaftsspiele. Mehr Informationen zum Film und weiteren Aufführungen: https://www.facebook.com/ayaktakimifilm/?fref=ts.

Quelle: Veranstaltungstext von Gesellschaftsspiele


Tweets von Gesellschaftsspiele




Monday, January 04, 2016

Türkiyemspor in den TOP 4 des Jahrhunderts

Kalt ist es draussen und sowieso ist Winterpause. So erwärmen wir uns an unseren Handys, Tablets und PCs. Und manchmal spenden nicht nur die Geräte benötigte Wärme, sondern auch die Inhalte. So zu Heiligabend. Bei dem Tweet von Twitter-User @tplmnkbltmdgdgr ging uns das Herz auf.  Der Soziologie-Student nannte auf 140 Zeichen die vier wichtigsten Errungenschaften des letzten Jahrhunderts. Und Türkiyemspor ist dabei!

In cooler Gesellschaft befindet sich unser Klub. So hiesst es bei @tplmnkbltmdgdgr:

" Die wichtigsten Errungenschaften des Jahrhunderts: OCB mit Filter, Yemeksepeti, Berlin Türkiyemspor und Acun Ilıcalı"

Ok. OCB mit Filter kennt fast jeder. Yemeksepeti, noch nicht alle. Es handelt sich hierbei um das türkische Pendant zu Lieferheld.de. Dazu ist yemeksepeti noch älter, hat aber neuerdings auch einen Link zu Berlin, denn es wurde von der Berliner Firma Delivery Hero aufgekauft. Der letzte in der Liste der wichtigsten Errungenschaften ist Acun Ilıcalı. Ein Moderator, der mit Trash-TV Shows wie Survivor, Fear Factor etc. in der Türkei berühmt und reich wurde und es sogar zu seinem eigenen TV-Sender geschafft hat.  

Der Original Tweet auf Türkisch, dem wir weitere Verbreitung wünschen hier:


Saturday, December 05, 2015

2. Herren und B-Juniorinnen mit Spitzenspielen

Dem „Vorstand“ um Mete Ş. und Beklan C.  ist es seit der Machtübernahme im Frühjahr 2013 gelungen u.a. die 1. Herren, die A-Junioren und die B-Junioren in die sportliche Bedeutungslosigkeit zu führen. Trotzdem gibt es auch im Jahr 2015 weiterhin sportliche Erfolge bei Türkiyemspor zu bestaunen. Hier treten besonders Teams hervor, denen es gelungen ist weithin unabhängig vom „Vorstand“ und damit auch nachhaltig zu arbeiten. Zwei Spitzenspiele an diesem Wochenende zeigen, das Türkiyemspor auch anders kann als die aktuelle Vereinssituation vermuten lässt.

Spitzenspiel der 2. Herren



Den Anfang der Spitzenspiele am Wochenende macht Türkiyemspors 2. Herren. Dieses Team um Trainer Roland Wylezol startete nach Vorgesprächen mit dem ehemaligen Vorstand in der Saison 2013/14 bei Türkiyemspor. Somit wurde die jahrzehntelange Nicht-Existenz eines 2. Herrenteams beendet. Das Team um Roland startete Furios und konnte gleich in der ersten Spielzeit bei Türkiyemspor den Aufstieg in die Kreisliga B feiern. Dort spielten sie in der Saison 2014/15 bis zum Saisonende um den Aufstieg mit. Dieses Jahr ist das Team noch näher an dem begehrten Aufstiegsplätzen dran. Als Tabellenzweiter empfängt Türkiyemspor am Sonnabend, den 5.Dezember, um 15:30 auf dem heimischen Blücherplatz den Bezirksnachbarn von Tasmania Berlin II zum Derby. Brisant ist die Begegnung nicht nur durch den Derby-Charakter, sondern auch sportlich. Tasmania ist Tabellendritter und somit stärkster Verfolger des Tabellenduos von Blau-Weiß 90 II und Türkiyemspor II.

Tabelle vor dem heutigen Spieltag in der Kreisliga B Staffel 2


Spitzenspiel der B-Juniorinnen




Die B-Juniorinnen sind das 1. Team aus der erst vor 10 Jahren gegründeten Frauen- und Mädchenabteilung, welches einen Klassenaufstieg feiern konnte. Das von Johann Förtsch trainierte Team spielt in der Berliner Verbandsliga. Nach 9 Spieltagen: Dritter Platz 18 Punkte und ein Torverhältnis von 17:5. Besser sind nur zwei Teams. Und gegen die Spitzenreiterinnen von Hertha Zehlendorf geht es am Sonntag, den 6.12.2015. Anpfiff zum Spitzenspiel in der U17-Juniorinnen Verbandsliga ist um 12:15 auf dem Erst Reuter Sportplatz (Kunstrasen Platz Nr. 6).

Tabelle Verbandsliga B-Juniorinnen vor dem Spitzenspiel 
Hertha 03 vs Türkiyemspor


Aktuelle News auf Twitter zu Türkiyemspor


Friday, November 06, 2015

Serie im Tagesspiegel zum Amateurfußball

Der Tagesspiegel bringt eine Serie zum Amateurfußball. Motto: Wo die Welt noch in Ordnung ist. Im Teaser heisst es dann „Skandale um Fifa und DFB enttäuschen viele Fans. Wem kann man noch trauen? Dem Amateurfußball! Wir geben fünf Beispiele, die den Glauben ans Gute wecken. Kennen Sie weitere? Diskutieren Sie mit!“

Ja, und ob wir die kennen. Unser Beispiel: Türkiyemspor, natürlich. Dieses Team gab in den 80er Jahren einer ganzen Generation von jungen, neuen Berlinern Hoffnung. Mit dem spielerischen Erfolg verband sich auch die Hoffnung auf ein gleichberechtigteres Sein. Denn für eine sogenannte Willkommenskultur musste nicht nur auf dem Platz gekämpft werden. Türkiyem steht seitdem für das Gute im Fußball, Amateurfußball.  Und das lebt der Verein bis heute, trotz seit Jahren andauernden Insolvenzverfahren.

Deshalb hat uns der Tweet von @m_pfaffenzeller
besonders gefreut. Er sprach uns quasi aus der Seele.






Tuesday, November 03, 2015

Cem Efe wird laut gegen Rassismus

Türkiyemspors ehemaliger Spieler Cem Efe, trainiert heute den SV Babelsberg 03. Doch auch wenn die Vereine wechseln. Eins verfolgt einen immer im bundesdeutschen Fußball. Rassismus. Sei es auf dem Platz, oder neben dem Platz. Durch Fans, Vereinsverantwortliche, Spieler, Rentner, Polizei etc. . Rassismus zieht sich durch die Sportcommunity wie ein roter Faden. Zudem wird er meistens verleugnet. Cem Efe hat es gereicht. Und er hat öffentlich klar Stellung bezogen. Wir dokumentieren einen Artikel zum Thema von tumds.blogspot.de.


Rassismus im Fußball: Klare Worte auf taube Ohren

Zumeist wird das Thema Rassismus im Fußball fernab von den Rängen diskutiert. Journalisten, Wissenschaftler, Politiker und Fans treiben den Diskurs voran. Selten sind die Sportler selbst an diesen Diskussionen beteiligt. Noch seltener wird das Thema Rassismus in der Sportlercommunity selbst öffentlich diskutiert. Was passiert wenn dies dann doch einmal passiert zeigt folgendes aktuelles Beispiel.

Am Wochenende empfing der SV Babelsberg in der Regionalliga Nordost den FSV Zwickau. Alltag. Im Rahmen der Begegnung kam es zu Emotionen und Rudelbildungen auf und um den Platz. Sechs gelbe Karten und eine Rote. Alltag.  Dabei kam es auch zu rassistisch motivierten Äußerungen gegenüber den Spielern von Babelsberg. Alltag. Den Alltag durchbrach dann SVB Trainer Cem Efe auf der anschließenden Pressekonferenz, in dem er den zur Schau getragenen Rassismus thematisierte. Videos der Märkischen Allgemeinen Zeitung dokumentieren den Moment.

Die harte Gangart beider Teams kommentierte Efeu wie folgt:
"Ich glaube nicht allein, das es die Foulsituation ist, sondern es sind die Kleinigkeiten die zwischen den Zeilen passieren und ich will nicht alle Wiedergeben."
Nüchtern und sachlich sein Statement. Über die seinen Spielern gegenüber geäußerten Worte hingegen ist Cem Efe dann fast sprachlos und beschreibt die Beleidigungen so:
„Das ist Wahnsinns was da so alles kommt. Es müsse doch möglich sein, das sich Spieler auch nachdem Spiel in die Augen sehen können.“ 
Die Probleme mit dem FSV Zwickau seien auch nicht das erste mal aufgetreten. Erschreckend die Gefühlslage des Trainers im Vorfeld der Begegnungen gegen Zwickau.
„Ich muss mich hier noch mal für meinen Ton entschuldigen, aber wenn Zwickau gegen Babelsberg spielt dann habe ich immer das Gefühl hier passiert gleich ein Mord.“
Video von der PK Teil 1



Dem nicht genug. Im weiteren Verlauf der PK wird Zwickau Trainer Torsten Ziegner von einem Journalisten gefragt wie er dazu steht das ein Spieler von Zwickau nach dem Spiel in die Katakomben geht und dort sagt: Alles Ausländer hier. Sichtlich überfordert erklärt er, das man beide Seiten betrachten müsse und das er auch Beispiele nenne könne, was seinen Spielern so gesagt würde. Anscheinend hat er Cem Efe nicht richtig zugehört. So schaltet sich der SVB-Trainer erneut ein und äußert in Richtung Ziegner emotional:
„Wenn du sagst Scheiß Türke.  Dann ist das doch nicht mehr normal.“
 Dann erklärt er dem Trainerkollegen klar und deutlich den Unterschied zwischen Beleidigungen und Rassismus.
„ Du kannst alles sagen, aber doch nicht diskriminieren.  Sag doch ´Du Flasche du kannst kein Fußball spielen`, oder was auch immer.“
Fort fährt er mit einer Auslassung darüber, dass die Trainer eine Verantwortung haben, als Vorbilder fungieren. Und wie das so ist in Diskussionen im Kontext um rassistische Äußerungen, kommt reflexartig auch schnell der Gegenangriff. Hier in Form der anschließenden Frage aus dem Publikum, wahrscheinlich von einem Zwickauer Journalisten, an Cem Efe:

„Sie finden es OK wenn ein Zwickauer Spieler mit Bierflaschen beworfen wird?“
Video von der PK Teil 2

Cem Efe zeigte Mut und Herz indem er das was nicht sein darf aber eben auch Alltag ist anspricht. Und zwar dort wo es hingehört, an dem Tatort des Geschehens in Front der Protagonisten. Das die Sportcommunitiy dort noch einen langen Weg vor sich hat, zeigt nicht nur die ratlose und attackierende Reaktion des Trainers des FSV sowie die oben genannte Journalistenfrage, sondern auch die Berichterstattung der örtlichen Zeitung. Die Märkische Oderzeitung MAZ brachte zwar einen ausführlichen Bericht zum Spiel und den Ereignissen auf der PK. Doch das zweite Video mit Cem Efes öffentlicher Anklage postete die Redaktion bei Youtube unter dem Titel: „Rassismus: SV Babelsberg Trainer Cem Efe flippt aus.“ Da wird zu mindestens verbal der Bock zum Gärtner gemacht. Nicht derjenige der Rassismus thematisiert ist derjenige der ausflippt. Diejenigen die sich rassistisch äußern sind die die ausflippen und sich von den Grundlagen des Fair-Play verabschieden.

Und zum Thema Rassismus könnte Efe sicherlich noch mehr sagen. Denn Cem Efe hat als Spieler nicht nur bei Vereinen wie Hertha BSC und Babelsberg gespielt. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei in die Bundesrepublik ließ er seine Fußballerkarriere bei den sogenannten Berliner Migrantenvereinen ausklingen: Berliner AK, SV Yesilyurt und Türkiyemspor. Erfahrungen mit Rassismus um Sport sind hier dann wieder Alltag. Man müsste mal nur ein offenes Ohr haben.  

Hier die komplette PK im Video des SVB
Pressekonferenz: Babelsberg 03 vs. FSV Zwickau from Babelsberg 03 on Vimeo.
  


Friday, October 30, 2015

Derweil bei Twitter: Türkiyemspor in erster Liga?

Während heute in Kreuzberg einmal mehr der 2. Weltkrieg die Realität eingeholt hat, wirft Abgeordnetenhausmitglied Simon Kowalewski eine ganz neue Frage auf: Ist Türkiyemspor in die erste Liga aufgestiegen?

Bombenalarm in Kreuzberg. Ein Fressen für den Boulevard. Eine Fliegerbombe wurde auf der Baustelle des jüdischen Museums gefunden. Die Folge Evakuierungen, Absperrungen, Umleitungen. Knapp 12 000 KreuzbergerInnen mussten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Auf twitter mischen sich gewohnt News und flapsiges zur Twitter-Tages-Melange. User @tollwutbezirk meldet dann auch ironisch:

Die Evakuierung Kreuzbergs ist abgeschlossen. Was die Leute nicht wissen: Gleich wird alles abgerissen und durch ein Fußballstadion ersetzt.

Die Antwort des Abgeordneten Kowalewski bringt dann Türkiyemspor ins Spiel.

Oh, ist Türkiyemspor in die erste Liga aufgestiegen?


Monday, October 19, 2015

Russischer Fußball unterstützt Türkiyemspor

Was hat Türkiyemspor mit russischen Fußball zu tun? Steigt Gazprom bei dem Kiezclub ein um den Berliner Fußball zu rocken? Bisher war Türkiyemspor doch noch nie in Rußland. Nur Spielerinnen der Frauen- und Mädchenabteilung waren schon mal in der Ukraine, aber die zählt dann wohl nicht. Hintergrund ist ein anderer: Der Verein Gesellschaftsspiele e.V. hat angekündigt die Einnahmen aus der Veranstaltung „Fankultur im russischen Fußball“ komplett der Frauen- und Mädchenabteilung Türkiyemspors zur Verfügung zu stellen.

So können am Dienstagabend die BesucherInnen des BAIZ, Schönhauser Allee 26 a, ab 19:30 Uhr nicht nur aktuelle Informationen zu den Geschehnissen im russischen Fußball bekommen, sondern quasi nebenbei eines der schillernsten Fußballprojekte der Stadt unterstützen. Gesellschaftsspiele e.V. möchte mit dieser Veranstaltung die mangelnde Berichterstattung über den Fußball in der Heimat des Gastlandes der WM 2018 entgegentreten. Dabei werden Themen wie Homophobie und Rassismus auf den Stadionrängen zur Sprache kommen.

Auf dem Podium werden

Pavel Klymenko (Osteuropa-Experte bei Football against Racism Europe),

Robert Ustian (Gründer CSKA Fans Against Racism und Mitglied des Executive Committee bei Football Supporters Europe),

Ivan (Polit-Aktivist & Fußballspieler in der D.I.Y. League, Fan von Dynamo Moskau),

Nikolay Shiryaev (Senior Expert bei der Russian Football Union im Bereich Sicherheit),

miteinander und den BesucherInnen diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Jörg Depta (Erschaffer des auditiven Fußballmagazines Kopfstoss.FM, fanatischer Energie Cottbus-Fan mit großer Osteuropa-Begeisterung)



Im Anschluss wird Hauswodka serviert. Die Veranstaltung findet im Rahmen der internationalen „FARE Action Week“ statt.

Der Veranstalter Gesellschaftsspiele e.V. wurde 2015 gegründet und beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Vorgängen, die im Kontext des Fußballsports zu finden sind, Themen sind u.a. Rassismus, Antisemitismus, Gender und Homophobie. In den letzten Monaten wurden von Gesellschaftsspiele e.V. Veranstaltungen zu den Themenbereichen Fans im türkischen bzw. englischen Fußball durchgeführt. Im September trat der Verein als Organisator des passt- Festivals auf. Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihen werden die Einnahmen jeweils Projekten zur Verfügung gestellt. Zuletzt konnten sich u.a. die Champions ohne Grenzen über Unterstützung freuen, diesmal sind es dann die Frauen und Mädchen bei Türkiyemspor die mit einer Zuwendung bedacht werden.

Darüber freuen wir uns sehr und bedanken uns herzlichst.

Fankultur im russischen Fußball
Dienstag 20. Oktober 2015
19:30 Uhr
BAIZ
Schönhauser Allee 26 a


Die Veranstaltung auf Facebook

Homepage von Gesellschaftsspiele e.V.


Thursday, October 15, 2015

BFV: Vereine stark machen

Nun schon zum 5. Mal lädt der Berliner Fußballverband zu einem Nachmittag um das Ehrenamt in den Vereinen zu stärken. Hier sollen Vereinsmitarbeiter fit gemacht werden für das drum herum um den Platz.



Das Themenspektrum reicht am 6. November im Rathaus Kreuzberg über Homophobie, Flüchtlingshilfe, Kinderschutz, den schweren Stand von Schiedsrichtern bis hin zu Tipps zum Aufbau von Kieznetzwerken. All diese Themen werden in nachmittäglichen Workshops, hier Werkstätten genannt, unter Anleitung durch fachliche spezialisierte ModeratorInnen und mit dem Input von themenadäquaten Gästen behandelt.So wird die Werkstatt von Freunde von Türkiyemspor e.V. Vorstandsmitglied, Robert Claus, co-moderiert, denn auch wenn der aktuelle Vereinsvorstand des Hauptvereines dieses Thema nicht mehr auf dem Schirm hat, sind die Erfahrungen die bei Türkiyemspor in vielen Jahren Arbeit gegen Homophobie gesammelt werden konnten ein wichtiger Input.

Kostenlos kann man sich hier zur Teilnahme am fünften Nachmittag für den Fußball unter dem Motto „Vereine stark machen– Für Vielfalt im Fußball“ anmelden.

Friday, October 09, 2015

8.Okt.-22.Okt.: fare Aktionswoche gegen Rassismus

Erstmals nach langer Zeit nehmen leider weder Türkiyemspor noch wir, als Freunde von Türkiyemspor e.V., an der 16. Fare-Aktionswoche gegen Rassismus teil. Vom 8. Oktober bis zum 22. Oktober wird hier weltweit Raum für Botschaften und Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung im Umfeld des Fußballsports geschaffen. Die von Fußball-Fans der europäischen Organisation gestarteten Aktionswochen sind damit wohl die nachhaltigsten und größten Aktivitäten im Fußball gegen Rassismus mit über 2000 Aktionen in 59 Ländern.

Einen Überblick über das Programm der aktuellen fare-Aktionswochen gibt es hier und unter dem Doppel-Hashtag #Iam #FOOTBALLPEOPLE lässt sich das Treiben der Fanszenen und ihrer Supporter im Rahmen der Aktionswochen bei Twitter live mitverfolgen.


Tuesday, September 22, 2015

pass/t – Festival am 29. September

Der Verein Gesellschaftsspiele und das Fanprojekt Berlin laden am 29. September von 12:00 Uhr bis 01:00 ins Haus der Fankulturen. Das erste #passt-Festival bietet fanpolitische Debatten und Vorträge über die aktuelle Situation im türkischen Fußball, Kampf gegen Homophobobie und Fußball für Flüchtlinge. Mit dabei beim Türkei-Forum auch die Freunde von Türkiyemspor e.V., mit Robert und Hacky.


Drei attraktiv besetzte Podiumsdiskussionen bieten die Möglichkeit, sich über
relevante Fan-Themen zu informieren und auszutauschen. Im Fokus stehen insbesondere die aktuelle Situation im türkischen Fußball, der Kampf gegen Homophobie und die Herausforderung Fußball für Geflüchtete zu ermöglichen.
Neben spannenden Themen, kühlem Bier und sonstigen Leckereien darf auch gefeiert
werden. Direkt nebenan im VIP-Bereich des Jahn-Sportpark, wo einst Erich Mielke
seine Schmalzstullen vertilgte, kann zu Live-Musik getanzt werden. Wer dann noch
immer Luft hat, feiert im Haus der Fankulturen weiter.


Wie sieht die konkrete Solidarität für Geflüchtete aus?

Die Einnahmen aus diesem Tag gehen zu gleichen Teilen an Champions ohne Grenzen und Welcome United 03.

- Alle Personen auf den Podien spenden ihre Aufwandsentschädigungen.
- Künstler und DJ verzichten teilweise oder vollständig auf ihre Gagen und
spenden diese.
- 50 Cent von jedem verkauftem Getränk fließen in die Spendenkasse.
- Die Hälfte der Einnahmen aus dem Verkauf des Buches „Zurück am Tatort
Stadion“ gehen in die Spendenbox.
- Medienpartner, Transparent – Magazin für Fankultur, stellt einen Teil
seiner Einnahmen an diesem Tag, ebenfalls zur Verfügung.
- Spendendosen werden während des gesamten Tages, gut sichtbar aufgestellt
sein.
- Darüber hinaus sammeln wir gut erhaltene Fußballschuhe, die für
Kunstrasenplätze geeignet sind. Diese kommen Champions ohne
Grenzen zugute.

„Beim Festival ist jeder gern gesehen. Nazis und „besorgte Bürger“ sind dagegen
vollkommen fehl am Platz“, mahnen die Veranstalter.

Programm

12.00 – 13.45 Filmvorführung Istanbul United

Die Ultras der drei wichtigsten Fußballclubs in Istanbul (Galatasaray, Fenerbahçe und
Beşiktaş) sind weltweit bekannt für die bedingungslose Unterstützung ihrer Teams.
Ihre gegenseitige Rivalität endet häufig in extrem gewalttätigen Auseinandersetzungen mit zahlreichen Verletzungen und sogar Todesfällen.
Doch im Sommer 2013 geschieht etwas Außergewöhnliches: Während der Proteste
und Zusammenstöße gegen die türkische Regierung und Premierminister Erdogan im
Gezi-Park vereinen sich die konkurrierenden Fanclubs zum ersten Mal für eine
gemeinsame Sache. Menschen, die berüchtigt sind für ihren Hass, stehen nun Seite an
Seite und kämpfen unter dem Namen »Istanbul United« gegen das herrschende
System in der Türkei.“ (Filmverleih Port-Au-Prince)

14.00 – 15.00 Repressionen im türkischen Fußball - aktuelle
Entwicklungen vor den Neuwahlen


In der Türkei sind Fußball und Politik eng mit einander verwoben. Sicherheitsgesetze
und die elektronische Fan-Karte „Passolig“ schränken die Bürgerrechte von
Fußballanhängern massiv ein. Leere Stadien sind die Folge. Es regt sich jedoch auch
Widerstand: Fans verschiedener Vereine organisieren mittlerweile gemeinsam ihren
Protest und fordern offensiv ihre Rechte ein. Was hat der bisherige Protest erreicht?
Vor den Neuwahlen im November ist die politische Lage angespannt. Militärische
Konflikte, die Kurdenfrage und Erdogans Verhältnis zur Terrororganisation IS
bestimmen die Debatte. Wie spiegelt sich diese Situation in den Stadien wider? Auch
wenn mittlerweile ein Freispruch unausweichlich zu sein scheint: Noch immer stehen
35 Mitglieder der Besiktas-Fangruppe Çarşı wegen Putschversuchs vor Gericht.
Welchen Einfluss haben die politischen Entwicklungen auf das Verfahren?
Harald „Hacky“ Aumeier lebt und arbeitet seit über zehn Jahren in Istanbul und wird
einen Einblick in die derzeitige Lage der türkischen Fankultur geben. Ihm zur Seite
wird Alexander Bosch, Sprecher der Themenkoordinationsgruppe Polizei &
Menschenrechte bei Amnesty International, über staatliche Repressionen und
politische Prozesse in der Türkei informieren.

Referenten: Harald Aumeier (Medienarbeiter und Experte für türkische Fankultur)
und Alexander Bosch (Amnesty International, Polizei und Menschenrechte) und
Duygu Aloğlu (Polit-Aktivistin und Mitglied im Fanclub „Karakizil“ Ankara
Genclerbirligi)
Moderation: Robert Claus (Mitarbeiter der „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport
bezogene Soziale Arbeit“ [KoFaS] an der Uni Hannover)

15.15 – 16.15 Fußballfans gegen Homophobie & der Fall des
Schiedsrichters Halil İbrahim Dinçdağ


Thomas Hitzlsperger hat mit seinem Outing eine tiefgreifende Debatte zu
Homosexualität in Fußball angestoßen. Was hat sich seitdem verändert? Ist das
Bekenntnis zur eigenen Sexualität unproblematischer geworden? Wie positionieren
und artikulieren sich Fangruppen? Ist die Problematik möglicherweise nur „aufgebauscht“, wie einige glauben machen wollen?
Welche extremen Formen Homophobie im Fußball annehmen kann, zeigt der Fall des
türkischen Schiedsrichters Halil İbrahim Dinçdağ. Sein Fall wird exemplarisch
dargestellt werden. Diskutieren werden wir mit Martin Endemann, einem profunden
Kenner der Fan-Landschaft.

Referent: Martin Endemann (Politologe und langjähriger Sprecher des Bündnisses
Aktiver Fußballfans BAFF. Aktiv für Football Supporters Europe und Fußballfans gegen
Homophobie. Zahlreiche Veröffentlichungen über Fußball und Diskriminierung)

16.30 – 17.30 Fußball für und mit Geflüchteten. Herausforderungen und
Möglichkeiten


In diesem Sommer ist das Schicksal von Geflüchteten und die Unterstützung durch die
Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit gelangt. Zahlreiche
Vereine und Initiativen arbeiten schon seit Jahren in diesem Bereich und verfügen
über unterschiedlichste Erfahrungen.
Welche Rolle können Fußballinitiativen und bei der Integration von Geflüchteten
spielen? Welche Fallstricke lauern? Aktivistinnen der beiden bekanntesten Initiativen
aus Berlin und Brandenburg informieren über ihre Erfahrungen.
In Babelsberg wurde erstmals eine Mannschaft „Welcome United 03“, die
ausschließlich aus Flüchtlingen besteht, in Vereinsstrukturen eingebunden. Dafür
erhielt der Verein viel öffentliches Lob. Wie wird es aber weitergehen, wenn der
mediale Beifall verstummt ist und der Ligaalltag nicht nur Solidarität mit sich bringt,
sondern auch herausfordernde Situationen?
Eine zweite Initiative aus Berlin, „Champions ohne Grenzen“, bemüht sich ebenfalls
um die soziale Integration von Geflüchteten und versucht Asylsuchenden in
Flüchtlingsunterkünften neue Perspektiven zu vermitteln. Wie das in der Praxis
aussieht und an welche Widerstände solche Initiativen geraten, wird Carolin Gaffron
berichten. Darüber hinaus soll diskutiert werden, wie eine Selbstorganisation der
Geflüchteten aussehen kann.

Referentinnen: Manja Thieme (Flüchtlingshilfe Potsdam & Teamleitung Welcome
United 03 Babelsberg) und Carolin Gaffron (Vorsitzende Champions ohne Grenzen)
Moderation: Jörg Depta (kopfstoss.fm)


17.30 – 17.40 Unter dem Pflaster liegt der Strand - und
Gesellschaftsspiele: About us!


Was genau macht der Verein Gesellschaftsspiele eigentlich? Wo wollen wir hin? Was
bedeutet tackling hard for fair play? Hat die Mitgliedschaft irgendwelche
schwerwiegenden Nebenwirkungen?


17.40 – 19.30 Kickerturnier, Verpflegungs- und Informationsstände
19.00 – 19.45 Live-Musik* mit einem Überraschungsgast
20.00 – 21.00 Live-Musik* mit Refpolk & Daisy Chain (HipHop aus
Berlin und Athen)
21.00 – 01.00 Drinks und Musike mit DJ Sol Tight (The Fresh Prince
Club @ Prince Charles)


*Die Live-Auftritte finden im VIP-Bereich des Jahn-Sport-Parks statt. 100m Fußweg
vom Haus der Fankulturen entfernt.


Das pass/t Festival ist eine Veranstaltung des Fanprojektes Berlin und von dem Verein
Gesellschaftsspiele - tackling hard for fair play.
www.gesellschaftsspiele.berlin / twitter: SpieleGesellen / facebook: gesellschaftsspieleberlin

pass/t – Festival
26. September von 12:00 Uhr – 01:00 Uhr im Haus der Fankulturen
Cantianstraße 25
10437 Berlin
U2 Eberswalder Straße
Facebook-Event: www.facebook.com/events/458793367656940/
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